Da ist immer noch Hoffnung!

Wir sind mitten in der „holy week“, der „Heiligen Woche“, in der wir besonders an Jesu Lebensweg, sein Leiden, seinen Tod und vor allem die Auferstehung denken. In unserem Ort gab es genau dazu in den letzten beiden Wochen eine sagenhafte Ausstellung: Ostern ERlebt (falls so etwas mal in eurer Nähe ist, geht unbedingt hin!). Ich will euch in eine „Szene“ mit hineinnehmen, die an Gründonnerstag statt fand.

Jesus geht mit seinen Jüngern in den Garten am Ölberg. Ein Garten voller Olivenbäume, in dem zur Erntezeit die Oliven geerntet und auch direkt mit einer Steinpresse gepresst wurden. Zu jener Zeit war es üblich, dass die Oliven in vier Schritten (vier Gewichte, die nacheinander an die Presse gehängt wurden) gepresst wurden und je nach Pressvorgang das herausfließende Öl für etwas anderes genutzt wurde. Das erste und kostbarste Öl, das beim Einhängen des ersten „Pressgewichts“ aus den Oliven kam, war für den Tempel und somit für Gott bestimmt. Das Öl, das beim Einhängen des zweiten Gewichts entstand, wurde als Speiseöl genutzt. Beim Einhängen des dritten Gewichts kam das Öl heraus, das zur Herstellung für Kerzen genutzt wurde und beim letzten Vorgang entstand Öl zur Herstellung von Seife.

Eigentlich würde ich sagen, das sind „nett zu wissen“-Infos, aber nachdem unser Reiseführer bei der Ausstellung fragte, ob diese Öle mit Jesus etwas gemeinsam haben könnten, hat es „Klick“ gemacht. Auf einmal war dieser Ort, die Ölpresse und die Öle mehr als nur „nett zu wissen“-Infos…

Jesus ging an diesen Ort, um zu beten, um sich vorzubereiten auf das, was kommen wird. Er betet, ringt mit sich und Gott:
„Vater, wenn du willst, dann lass diesen Kelch des Leides an mir vorübergehen. Doch ich will deinen Willen tun, nicht meinen.“ (Lukas 22,42)
Er weiß, was kommen wird. Er weiß darum, dass er leiden und sterben wird – er wird sozusagen „gepresst“ werden, sein kostbares Blut, das fließen wird, wird den Weg frei machen zu Gott. Er ist sozusagen wie das erste kostbare, reine Öl, welches beim Pressen der Oliven entsteht und für Gott in den Tempel gebracht wird.
Und wie ist es mit den anderen drei Ölen, die herauskommen – passen sie auch so gut auf Jesus?

  • Speiseöl / Nahrung:
    Jesus sagt: „Das Brot, das Gott gibt, ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibtIch bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie wieder hungern. Wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.“ (Johannes 6, 33-35)
    Jesus ist unser Versorger in allem – sowohl mit „normaler Nahrung“ und auch mit „geistlicher Nahrung“.

  • Kerzenöl / Lichtquell:
    Jesus sagte zu den Leuten: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, braucht nicht im Dunkeln umherzuirren, denn er wird das Licht haben, das zum Leben führt.«
    Jesus ist unser Licht, welches hell leuchtet in der Dunkelheit dieser Welt, uns Hoffnung und Trost schenkt und uns schlussendlich zum Ewigen Leben führt.

  • Seife / Sauberwerden:
    „Jesus stand vom Tisch auf, zog sein Obergewand aus, band sich ein Handtuch um die Hüften und goss Wasser in eine Schale. Dann begann er, seinen Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Handtuch abzutrocknen, das er sich umgebunden hatte. Als er zu Simon Petrus kam, sagte Petrus zu ihm: »Herr, warum willst du mir die Füße waschen?« Jesus antwortete: »Du verstehst jetzt nicht, warum ich das tue; eines Tages wirst du es verstehen.« »Nein«, protestierte Petrus. »Du sollst mir niemals die Füße waschen!« Jesus erwiderte: »Wenn ich dich nicht wasche, gehörst du nicht zu mir.«
    Da rief Simon Petrus: »Dann wasche mir auch die Hände und den Kopf, Herr, und nicht nur die Füße!«
    Jesus erwiderte: »Wer gebadet hat, braucht sich – ausgenommen die Füße – nicht zu waschen, um völlig rein zu sein. Ihr seid rein, allerdings nicht jeder hier.« (Johannes 13, 4-10)
    Jesus ist derjenige, der uns nicht nur äußerlich von Schmutz reinigt, sondern uns auch innerlich rein macht, indem er uns unsere Sünde vergibt, wenn wir sie ihm bringen. Er ist derjenige, der uns durch seinen Tod und die Auferstehung rein macht, so dass wir in Reinheit zu Gott kommen können.

Wie passend ist doch auf einmal dieser Ort im Garten am Ölberg. Für mich ist es ein starkes Bild, welches Jesus und seinen Auftrag für diese Welt noch einmal gut zusammenfasst. Natürlich bleiben wir aber nicht an Gründonnerstag stehen oder an Karfreitag, an dem Tag, an dem Jesus stirbt, an dem der Vorhang im Tempel zum Allerheiligsten zerriss. Wir dürfen schon wissen, wie es weitergeht – die Auferstehung kommt. Ostern ER-lebt!

Ostern…
O – Ohne Jesus bist du getrennt von Gott.
S – Sauberwerden durch Jesus.
T – Traue dich, ihm zu vertrauen.
E – Erwarte ihn und sein Wirken in deinem Leben.
R – Richte dein Herz, dein Leben, auf ihn aus.
N – Neues Leben mit einem Gott, dem nichts unmöglich ist!

Morgen feiern wir genau das: die Auferstehung, das neue Leben, das wir in Verbindung mit Gott leben können.
Was genau feierst du an Ostern?
Ich wünsche dir, dass du nicht nur aus Tradition diese Tatsache feierst,
sondern dass du auch die Auswirkungen in deinem Leben spüren darfst.

Jesus – dein Wegbereiter zu Gott.
Jesus – dein Versorger.
Jesus – dein Licht, deine Hoffnung.
Jesus – dein „Saubermacher“, der die Sünde, deine Fehler, vergibt und dich reinigt.
Jesus – dein Lebenswegbegleiter.
Jesus – der größte Liebesbeweis Gottes an dich.

Ps.: Falls du übrigens noch einen Bibelleseplan für die Zeit von Ostern bis Pfingsten haben möchtest, melde dich gerne bei mir.
Schließlich ist mit Ostern Jesu Wirken noch nicht vorbeigewesen! Was die Jünger mit Jesus nach der Auferstehung bis zur Sendung des Heiligen Geistes erlebt haben, findest du in dem Bibelleseplan „Eine Reise von Ostern bis Pfingsten„. Du findest den Bibelleseplan auch in Haiterbach in der evang. Kirche und im Häusle (Liebenzeller Gemeinschaft) oder in Talheim im evang. Gemeinderaum.

Und noch ein kleiner Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=vPqFW1wv9n4