Komm, wir gehn nach Bethlehem…

Endlich komme ich einmal wieder dazu etwas zu schreiben. War doch einiges los in den letzten Wochen – die ganzen Päckchen für die 201 Wertvoll-Adventskalender wollten gepackt werden, das „Gemeindeheft“ wollte geschrieben und gestaltet werden, damit es noch vor Weihnachten gedruckt und ausgeteilt werden konnte, die Kirchen-Mitarbeitergeschenke wollten fertig und noch so manch andere „Aufgabe“ erledigt werden (das schaffe ich übrigens alles nur, weil wir so tolle und hilfsbereite Freunde und Familien haben, die mich bzw. uns tatkräftig unterstützen – vielen Dank euch!).

Du kennst sicherlich aus deinem Alltag auch solche endlosen „To Do“- Listen, die irgendwie immer länger werden anstatt kürzer. Gerade jetzt auf Weihnachten hin sollten die Listen doch kürzer werden oder zumindest auf der „To Do“-Liste so etwas stehen, wie:

Zur Ruhe kommen

Füße hochlegen

Advent genießen

Zeit mit Jesus haben

Das wirklich Wichtige im Blick behalten

Schneewanderung mit Schneeballschlacht und Schneemannbauen

Dinge, die uns gut tun, für die wir uns aber manchmal überhaupt keine Zeit nehmen.

Ich bin sehr dankbar, dass wir dieses Jahr bei uns einen lebendigen Adventskalender haben. Man trifft sich jeden Tag zur selben Uhrzeit (17.30 Uhr) vor einem anderen Haus im Ort. Dort werden meistens ein paar Lieder gesungen, eine Andacht gehalten oder eine Geschichte vorgelesen und im Anschluss gibt es noch Punsch, Glühwein und leckeres Weihnachtsgebäck (oder auch mal eine warme Wurst im Weckle (=Brötchen)) und Gemeinschaft. Man kommt somit im Advent zumindest für diese eine Stunde zur Ruhe, lässt den Alltag Alltag sein und macht sich sozusagen gemeinsam auf die Reise nach Bethlehem.
Nimmt sich Zeit zu hören, was Jesus den Menschen für diesen Abend aufs Herz gelegt hat, bekommt neue Ermutigung, neue Anregungen, auch sein Leben zu überdenken und es wieder neu auf Jesus auszurichten.

Für mich war es nach dem „Geschenkepacken“ etwas ganz Besonderes, als der lebendige Adventskalender bei uns war. Als ich unser Haus für den Besuch weihnachtlich schmückte und Lichterketten bei leichtem Schneefall an unserer Hecke befestigte, wurde es bei mir im Herz Advent. Es war bei weitem nicht alles perfekt aufgeräumt in und um unser Haus, aber das war ja auch nicht wirklich wichtig. Viel wichtiger war es doch, dass nicht nur mein Herz, sondern auch die Herzen aller anderen ausgerichtet werden auf Jesus, dass wir das wirklich Wichtige wieder in den Blick bekommen und unser Licht für ihn in dieser Zeit um so mehr leuchten lassen. Irgendwie hat es meinen Blick von der Hektik, dem Beschäftigtsein, dem „Tun müssen“ korrigiert und zu dem hingelenkt, dass ich nun prüfe: Was ist mir wirklich wichtig, was möchte ich noch machen (also nicht nur tun müssen, sondern tun wollen) und vor allem, was legt mir Jesus für diese Zeit noch besonderes aufs Herz? Ich weiß manches muss man erledigen, da führt nichts daran vorbei, aber manche „To Do’s“ sind auch unnötiger Stress, die will ich streichen und tauschen gegen Zeit für Jesus, Zeit für Menschen, Zeit, um zu genießen – Zeit, um mich auf die „Reise nach Bethlehem“ zu machen.

Wir wissen nicht, wie lange wir noch hier auf der Erde sind oder wann Jesus wieder kommen wird. Daher bleibt uns eigentlich nur unsere Zeit weise zu nutzen, oder wie es im Epheserbrief heißt:

Achtet sorgfältig darauf, wie ihr lebt; handelt nicht unklug, sondern bemüht euch, weise zu sein.
Nutzt jede Gelegenheit, in diesen üblen Zeiten Gutes zu tun.
Handelt nicht gedankenlos, sondern versucht zu begreifen, was der Herr von euch will.
Betrinkt euch nicht mit Wein; sonst ruiniert ihr damit euer Leben. Lasst euch stattdessen vom Heiligen Geist erfüllen.

Epheser 5,15-18

Unsere Zeit nutzen, um Gutes zu tun, um anderen ein Wegweiser zu Gott zu sein. Für mich hat es deshalb in den letzten 2,5 Monaten bedeutet 201 Adventskalender bereit zu stellen, damit andere sie weitergeben und so Gottes Wort, seine Freude und Liebe verteilen können. Ich weiß nicht, was deine Gaben sind, mit denen der Herr dich gesegnet hat oder welche Gelegenheiten er dir bietet, um Gutes tun zu können – aber ich weiß, dass er dir alles gibt, was du dazu brauchst

…um deine Gaben für ihn einzusetzen
…um Gelegenheiten nicht verstreichen zu lassen
…um bei Herausforderungen nicht den Kopf in den Sand zu stecken
…um neue Motivation und Leichtigkeit zu bekommen

Ich war auch nicht immer motiviert Geschenke einzupacken. Es gab Gegenstände, die waren einfach umständlich zu packen oder man dachte: „Das müssten jetzt schon alle 201 Stück sein,“ und stellte dann fest, dass es erst 100 Stück waren, die man eingepackt hat. Jesus musste mich dann daran erinnern, dass ich dies alles nur wegen ihm mache, wegen seiner Liebe für jede einzelne, die er als Adventskalenderempfängerin schon ausgewählt hatte. Er erinnerte mich auch an die letzten Jahre und die Rückmeldungen zu den Adventskalendern und schenkte mir neue Motivation, neue Leichtigkeit, neue „Dienstbereitschaft“ und Vorfreude, was Jesus durch die Kalender wohl dieses Jahr alles bewirken wird.

Ich wünsche dir, dass deine „To Do“-Listen auch tolle, schöne, wertvolle und wirklich wichtige Dinge enthalten, du den Mut fasst, unnötige „To Do’s“, die dich nur stressen und keinen Mehrwert haben, zu streichen und du das Ziel (ein Leben mit Perspektive Ewigkeit) nicht aus den Augen verlierst.
Lass dir neue Leichtigkeit, neue Motivation für dein Leben und für deine „Aufgaben“ (sowohl im Alltag, als auch für die „Aufgaben von Jesus“), schenken.
Habe Vorfreude darauf, was der Herr heute und jeden neuen Tag für dich bereit hält, was er durch dich bewirken will und Vorfreude auf den Himmel.
Lebe ein Leben mit Perspektive Ewigkeit, ein Leben mit Mehrwert, ein Leben mit Gottes Freude.