In der Predigtreihe einer unserer Gemeinden geht es gerade ums Geld, aber auch um alles, was uns Gott anvertraut hat und wie wir damit umgehen. Ein Thema, das uns doch alle irgendwie beschäftigt, oder?
Hat Gott uns allen etwas anvertraut? Was hat er dir anvertraut? An was denkst du als Erstes? An deinen Besitz, an das Geld auf deinem Bankkonto, an die Menschen in deinem Umfeld, an deine Talente? Geht man davon aus, dass alles, was wir „haben“, von Gott kommt, dann sind alle genannten Sachen richtig und nur ein kleiner Bruchteil von unserem Anvertrauten. Gott hat uns, also auch dir, viel anvertraut.
Schauen wir uns doch einmal das Gleichnis der „anvertrauten Talente“ in Matthäus 25,14-30 an:
Man kann das Himmelreich auch am Beispiel von dem Mann erklären, der auf eine Reise ging. Er rief alle seine Diener zusammen und gab ihnen Geld, das sie während seiner Abwesenheit für ihn anlegen sollten. Einem gab er fünf Beutel Gold, einem anderen gab er zwei Beutel und dem dritten gab er einen Beutel – jeweils ihren Fähigkeiten entsprechend. Dann reiste er ab.
Wenn du einer dieser Diener wärst: Was würdest du mit dem Geld machen?
Der Diener, der die fünf Beutel erhalten hatte, ging sofort daran, das Geld anzulegen, und konnte es bald verdoppeln.
Der Diener mit den zwei Beuteln machte sich ebenfalls sogleich an die Arbeit und verdoppelte das Geld.
Der Dritte jedoch, der den einen Beutel Gold bekommen hatte, grub einfach ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn, um es sicher zu verwahren.
Die beiden ersten hatten ganz schön Mut. Sie setzten das Geld schlau ein und schafften sogar es zu verdoppeln! Der Dritte scheint allerdings etwas nicht verstanden zu haben. Sein Auftrag war das Geld anzulegen, damit im besten Fall etwas mehr daraus wird, es sozusagen Ertrag bringt. Stattdessen vergrub er es in der Erde, damit es wenigstens gleich viel bleiben würde. Steckt bei ihm vielleicht Angst dahinter? Die ihm einredet, er kann damit nicht umgehen, er hat es sozusagen „nicht drauf“ das ihm Anvertraute verantwortungsvoll zu verwalten?
Nach langer Zeit kehrte ihr Herr von seiner Reise zurück und rief sie zu sich. Sie sollten ihm berichten, was sie mit seinem Geld gemacht hatten. Der Diener, dem er fünf Beutel Gold anvertraut hatte, sagte: ›Herr, du gabst mir fünf Beutel Gold, und ich habe sie verdoppelt.‹ Der Herr freute sich sehr. ›Gut gemacht, mein guter und treuer Diener. Du bist mit diesem kleinen Betrag zuverlässig umgegangen, deshalb will ich dir größere Verantwortung übertragen. Lass uns miteinander feiern!‹
Als Nächstes kam der Diener an die Reihe, der die zwei Beutel Gold bekommen hatte. ›Herr, du hast mir zwei Beutel Gold gegeben, und ich habe sie verdoppelt.‹ Der Herr sagte: ›Gut gemacht, mein guter und treuer Diener. Du bist mit diesem kleinen Betrag zuverlässig umgegangen, deshalb will ich dir größere Verantwortung übertragen. Lass uns miteinander feiern!‹
Dann kam der Diener mit dem einen Beutel Gold und sagte: ›Herr, ich weiß, du bist ein strenger Mann, der erntet, was er nicht gepflanzt hat, und sammelt, was er nicht angebaut hat. Ich hatte Angst, dein Geld zu verlieren, also vergrub ich es in der Erde. Hier ist es.‹ Aber der Herr erwiderte: ›Du böser, fauler Diener! Du hältst mich für einen strengen Mann, der erntet, was er nicht gepflanzt hat, und der sammelt, was er nicht angebaut hat? Du hättest wenigstens mein Geld zur Bank bringen können, dann hätte ich immerhin noch Zinsen dafür bekommen.
Tatsächlich war es die Angst, die den dritten Diener daran gehindert hat, das einzusetzen, was ihm anvertraut wurde. Ich finde es total spannend. Der Mann hatte es ihm zugetraut, diesen einen Beutel Gold zu verwalten, hat die Fähigkeit gesehen, dass er es schaffen konnte, aber die Angst hat dem Diener etwas anderes eingeredet! Kennen wir so etwas nicht auch aus unserem Alltag? Trauen wir uns vielleicht nicht zu, dass wir etwas können oder schaffen, obwohl Gott uns die Fähigkeit dafür geschenkt hat? Kommen manchmal vielleicht Gedanken wie: „Die anderen können es viel besser, ich halte mich da lieber raus“ – obwohl es genau dein „Ding“ ist?
Nehmt diesem Diener das Geld weg und gebt es dem mit den zehn Beuteln Gold. Wer das, was ihm anvertraut ist, gut verwendet, dem wird noch mehr gegeben, und er wird im Überfluss haben. Wer aber untreu ist, dem wird noch das wenige, das er besitzt, genommen.
Und nun werft diesen nutzlosen Diener hinaus in die Dunkelheit, wo Weinen und Zähneknirschen herrschen.‹
Ich musste mir ganz neu wieder die Frage stellen: Haushalte ich gewissenhaft mit meinen Gaben/Talenten und mit dem mir Anvertrauten? Setze ich es dazu ein, dass Menschen Gott kennenlernen und sein Reich hier auf der Erde größer wird?
Ich glaube (und sehe es bei mir selbst), dass wir manche unserer Gaben und unseren „Besitz“ total gerne einsetzen, uns aber auch schwer tun, wenn es uns, in unseren Augen, zu viel „kostet“. Sei es den Mut, den es uns kostet, zum Beispiel Ideen, die Gott einem schenkt, umzusetzen – das Ansehen bei den Menschen, wenn wir unsere Gaben „Vollgas“ für Jesus einzusetzen oder anders handeln, wie es logisch wäre aus „weltlicher Sicht“ – das Geld, weil uns Jesus etwas Besonderes auf’s Herz gelegt hat, das eben auch einmal etwas „mehr“ kostet… Du kannst bestimmt selbst etwas finden, bei dem du sagen würdest: „Jesus, in allen Ehren, aber das mache ich nicht, ich vergrabe lieber mein „Talent“ und setze es nicht ein (damit ich nicht aus meiner Komfortzone raus muss).“
Mich ermutigt aber dieser Satz ganz am Anfang: Er teilt es jedem seinen Fähigkeiten entsprechend zu. Also habe ich die Fähigkeit bekommen, mit allem, was mir Gott anvertraut hat, gut und verantwortungsvoll um zugehen! Er traut es mir und dir zu! Ich brauche keine Angst haben, dass ich es nicht schaffe – sondern wenn die Angst oder der Unglaube kommt, dann darf ich damit zu Jesus gehen und ihn um Hilfe bitten.
Mir kommen oft zwei Bibelverse in den Sinn, wenn ich vor einer Aufgabe stehe, die Gott mir auf’s Herz gelegt hat, und ich eigentlich überhaupt nicht weiß, wie ich es schaffen soll. So zum Beispiel dieses Jahr die Anzahl an „Wertvoll-Adventskalendern“, die ich machen sollte – ich fand sie viel zu hoch, bekam aber auf erneutes „Nachfragen“ bei Gott den Gedanken, dass ich auch 30 weniger machen kann, aber die muss ich dann eben als „Nachschub“ machen. Ich habe mich daher entschieden lieber gleich die „Gesamtanzahl“ zu machen, auch wenn ich nicht weiß, wo die Kalender alle hin sollen und ich mir nur schwer vorstellen kann, dass am Ende wirklich alle Adventskalender unser Haus verlassen werden. Wie gut, dass die Bibel voll ist von Gottes Zusagen, dass er mit uns ist, dass er weiß, was er uns anvertrauen und „zumuten“ kann, und wir auch lesen dürfen, wie Menschen mit ihrer Angst und ihren Zweifeln zu Jesus kommen:
„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ oder wie es in einer anderen Bibelübersetzung heißt: „Ich glaube, aber hilf mir, dass ich nicht zweifle!“
Markus 9,24
„Ich sage dir: Sei stark und mutig! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“
Josua 1,9
Ich wünsche dir, dass du deine Gaben und alles, was dir Gott noch anvertraut hat, einsetzt zu seiner Ehre. Nicht aus Angst, weil du sonst am Ende bestraft wirst, weil du das „Anvertraute“ nicht genutzt hast – sondern aus mutiger Liebe und aus Vertrauen, weil Gott es dir anvertraut hat, weil er sagt: „Ich weiß, dass du es gut machen wirst! Ich glaube für dich, dass du ein guter Verwalter sein wirst, wenn du es nicht selbst glauben kannst. Ich bin bei dir und helfe dir, deine Gaben zu entfalten und Blockaden abzubauen, die dich daran hindern, ALLES für mich einzusetzen. Du wirst im Überfluss haben, wenn du alles, was ich dir anvertraue, gut verwendest. Denke daran: Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei mir möglich! “
