Vers des Monats – September

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.

Jesus Sirach 1,10

Die allerschönste Weisheit – was ist überhaupt Weisheit?

Man kann weise (wohlüberlegte, kluge…) Entscheidungen treffen, man kennt vielleicht auch eine „weise“ Person, die meistens schon etwas älter ist, die Lebenserfahrung hat und zu der man geht, wenn man zum Beispiel einen klugen Ratschlag benötigt. Also bedeutet Weisheit klug und verständig zu sein.

Ich wusste bisher allerdings nicht, dass man Weisheit auch unterscheiden kann in allerschönste und demzufolge auch unschönste Weisheit. Vielleicht könnte man es in diesem Vers auch mit „allerbeste Weisheit“ übersetzen, weil

… Gott lieben eine kluge Entscheidung ist

… Gott lieben das ganze Leben verändert

… man auf einmal nicht nur sich selbst hat, sondern man mit Gott den besten, souveränsten, allwissendsten und mächtigsten Partner an seiner Seite hat

… es den Horizont erweitert, im „Hier und Jetzt“ und auch mit Blick auf die Ewigkeit im Himmel

Was würdest du sagen, warum es die allerbeste Weisheit ist? Überlege dir doch einmal deine eigenen vier Punkte.

Falls du dich übrigens fragst, wo das Buch „Jesus Sirach“ in der Bibel zu finden ist, dann musst du in den Apokryphen schauen. In meiner „Neues Leben“ – Bibelübersetzung sind die Apokryphen nicht zu finden, in der Lutherbibel hingegen schon. In älteren Übersetzungen ist es nicht Vers 10 (wie in der Lutherbibel von 2017), sondern 14, also nicht ganz einfach diesen Monatsvers zu finden. Als ich auf der „Suche“ nach diesem Vers war, sind mir noch ein paar andere spannende Verse über den Weg gelaufen:

Gott hat die Weisheit erschaffen durch seinen Heiligen Geist; er hat sie gesehen, gezählt und gemessen und hat sie ausgeschüttet über alle seine Werke und über alle Menschen nach seinem Gefallen und gibt sie denen, die ihn lieben.

Jesus Sirach 1, 9-10 (Luther 1984)

Gott hat die Weisheit, wie alles andere auch, erschaffen. Und er hat sie sogar verteilt an alle, aber besonders an diejenigen, die ihn lieben. So wie es in der Übersetzung „Hoffnung für alle“ auch heißt (Vers 10): „Allen Menschen gab er daran Anteil, besonders reichlich denen, die ihn lieben.“


Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber manchmal stehe ich vor Entscheidungen oder werde um Rat gefragt und denke dann nur: „Jesus, du musst mir helfen. Ich habe keine Ahnung, kein Plan und keine Weisheit!“ Dabei sagt mir doch dieser Vers, dass diejenigen, die ihn lieben, besonders Weisheit haben, dann müsste ich doch „weise“ sein, oder? Ich glaube, wenn wir mit Gott unterwegs sind, dann werden wir „weiser“, wir dürfen immer mehr lernen, wie wir nach Gottes Willen handeln, entscheiden und leben können. Gott hat uns schließlich Anteil an seiner Weisheit gegeben, das ist quasi der Start und dann heißt es für unser Leben auch:

Wenn jemand unter euch Weisheit braucht, weil er wissen will, wie er nach Gottes Willen handeln soll, dann kann er Gott einfach darum bitten. Und Gott, der gerne hilft, wird ihm bestimmt antworten, ohne ihm Vorwürfe zu machen.

Jakobus 1,5 (neues Leben)

Also ist diese Frage und der Hilferuf an Jesus nach Weisheit doch nicht ganz verkehrt, sondern eigentlich genau richtig. Wir dürfen manchmal keine Ahnung haben oder es darf auch einmal an Weisheit fehlen, aber dann sollten wir zu dem gehen, der die Weisheit selbst ist und um seine Weisheit für unsere Entscheidungen, Ratschläge und für unser ganzes Leben bitten.

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit und wer sie erblickt, der liebt sie; denn er sieht, welche großen Wunder sie tut.

Jesus Sirach 1, 14-15 (luther 1984)


Wenn uns Gottes Weisheit in unserem Leben begegnet – also bitte aufmerksam sein, damit du sie nicht „verpasst“ – verändert sie uns, wir werden sie schätzen und lieben lernen. Gottes Weisheit tut große Wunder, die wir sehen können! Hast du schon einmal Gottes Weisheit gesehen?
Ich denke bei mir zum Beispiel ganz konkret an meine Lebensführung. Ich wollte immer raus aus meinem Heimatort. Meine Freizeit habe ich während der Schulzeit in anderen Orten verbracht, meine Freunde waren überwiegend nicht von hier und folglich war ich nicht so sehr im Heimatort verwurzelt. Ich wollte diesen Ort hinter mir lassen, war nach der Schule erst einmal die große weite Welt entdecken und dann in Österreich zur Ausbildung. Aber irgendwie war im Kleinwalsertal nicht mein Platz. Meine Ausbildungsstelle war super, es machte mir mega Freude dort in den Bergen zu leben und zu lernen, doch ich wurde immer wieder krank (konnte kaum noch aufstehen und laufen). Die Diagnosen reichten von „Verklemmungen im Rücken“ bis zum Tumor – kurz zusammengefasst: keiner wusste, was es war. Während dieser Krankheitszeit war ich zur Erholung und weiteren Untersuchungen immer wieder in meinem Heimatort. Als ich wieder fit war, ging es direkt zurück ins Kleinwalsertal und es wurde prompt wieder schlimmer. Nach drei Anläufen habe ich dort unten das „Handtuch geworfen“, habe meine Ausbildung abgebrochen, meine dortige Beziehung beendet und bin wieder in meinen Heimatort zurückgezogen. Frustriert auf der einen Seite, war die Ausbildungsstelle und die Ausbildung doch genau, was ich gewollt hatte, und jetzt musste ich auch noch wieder „hier“ sein. Gespannt, auf der anderen Seite, was Gott für mich hatte. Ich musste mich dafür allerdings wieder neu dazu entscheiden Jesus ganz zu lieben, ihm zu vertrauen und wirklich „all-in“ zu gehen. Ich musste es ihm überlassen, dass er mich in meinen Heimatort, in Gemeinde(n) und Gemeinschaft mit anderen integriert, neue Freundschaften entstehen lässt, er einen neuen Ausbildungs- und Arbeitsplatz für mich hat und obendrein mir noch einen Mann nach seinem Herzen für mein Leben über den Weg schickt.

Heute kann ich sagen: Gott hatte schon längst den Plan für mich, ich hatte nur nicht danach gelebt und erst spät begriffen, dass ich nicht nur in der „schönsten“ Sackgasse der Welt (wie das Kleinwalsertal auch genannt wird) gewohnt habe, sondern es auch eine Sackgasse für mein Leben war (in der ich dennoch einiges gelernt habe). Ich bin seiner Weisheit begegnet, indem ich meine eigene Weisheit abgegeben habe und durfte mein großes Wunder erleben. Mittlerweile genieße ich nämlich mein Leben in meinem Heimatort, durfte dort ganz neu anwurzeln, bin integriert in Gemeinde(n) und Gemeinschaft, habe aus meinem Heimartort meinen Mann für’s Leben „bekommen“, liebe und schätze meine Freunde, meine Familie und große Verwandtschaft, die ich am Ort und in der Umgebung haben darf – davon hätte ich mir früher nie träumen lassen.

Ich wünsche mir Gottes Weisheit immer mehr für mein Leben, dass ich sie nicht erst hinterher entdecke, sondern dass ich damit in meinem Alltag rechne und ihr begegne. Ich möchte weise Entscheidungen nach seinen Maßstäben treffen (auch wenn mir dabei manchmal fast der Geduldsfaden reißt, weil mir mein Kopf vielleicht sagt: „Das ist genau das richtige, zögere nicht!“ und mir mein Herz aber sagt: „Warte, sei geduldig! Gott wird es machen und du wirst es nicht verpassen“.) Ich will leben nach der allerbesten Weisheit – Gott lieben: heute, morgen, jeden Tag bis zum Ende des Lebens! Und du?

Die allerbeste Weisheit ist Gott zu lieben – lebst du (ganz) nach dieser Weisheit?

Gottes Weisheit tut große Wunder – bist du ihr schon begegnet?

Gott schenkt Weisheit – frage ihn, wenn du Weisheit brauchst!