VERS DES MONATS – FEBRUAR 2022

„Sündigt nicht, wenn ihr zornig seid“, und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

Epheser 4,26

Wie oft passiert es einem doch, dass man aus der Wut, dem Zorn oder der Verletztheit heraus seinem Gegenüber etwas sagt, das man lieber nicht gesagt hätte und später bereut? Meistens führt es dann dazu, dass die Situation noch mehr eskaliert, die Stimmung oder Beziehungsebene erkaltet und man sich von einander entfernt, anstatt auf einander zu zugehen und eine Lösung zu finden. Im Grunde wissen wir es doch alle, dass wir unsere Zunge besser im Zaum halten sollten, damit wir nicht in diesen Strudel geraten und, wie der Vers sagt, sündigen.

Ich weiß, oft ist es nicht leicht, sich selbst in solchen Situationen zurück zu nehmen und nicht aus Reflex dem anderen auch so „blöd“ zu kommen, wie er mir. Aber ich weiß auch, dass man es lernen kann, nicht gleich zu explodieren (darin war ich früher tatsächlich mal fast „Meister“), sich zu beherrschen und Gott um Geduld und Weisheit für die Situation zu bitten. Gedanklich ploppt bei mir mittlerweile ganz oft so ein imaginäres „Stopp-Schild“ auf, das mich fragt, ob die Worte, die mir schon auf der Zunge liegen, hilfreich sind, ob sie dazu dienen die Situation zu entspannen und in Ruhe auf einer guten Ebene zu klären – oder eben nicht. Falls nicht, sollten sie sofort wieder verschwinden, bevor sie ausgesprochen werden. Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich immer diesen „Filter“ aktiviert zu haben und ihn zu nutzen.

Was aber, wenn es doch einmal passiert? Wenn ein Streit eskaliert, wenn es vielleicht sogar handgreiflich wird, wenn Meinungsverschiedenheiten Menschen dazu führen, nicht mehr miteinander zu sprechen, wenn unser Zorn, unsere Wut zu groß ist, dass wir es nicht schaffen, vernünftig zu bleiben? Der Vers sagt uns ganz deutlich: Kläre es, bevor die Sonne untergeht!

Eine steile, aber weise Vorgabe.
Bist du schon einmal schlafen gegangen und hast dich an dem Tag mit jemandem ziemlich arg verstritten, so dass du eigentlich gar keine Lust mehr hattest mit der Person zu reden oder ihr zu begegnen? Und hat der Schlaf daran etwas geändert, so dass es am nächsten Morgen wieder einfach weg oder besser war? Ich muss sagen, bei mir war es am nächsten Morgen immer noch da und es war sogar noch schlimmer als am Abend davor. Es verdirbt einem schon den ganzen Start in den neuen Tag und bringt einem am Ende doch überhaupt nichts, außer schlechte Laune und ungute Gedanken über die Person. Was bleibt einem also übrig? Genau, über seinen Schatten, sein eigenes Ego zu hüpfen und die Sache noch am gleichen Tag versuchen zu klären. Gar nicht einfach, wenn man doch eigentlich meint im Recht zu sein und der andere den ersten Schritt machen müsste.

Wie gut, dass Gott uns dafür das beste Beispiel ist. Durch Jesus hat er den ersten Schritt auf uns zu gemacht, obwohl es doch eigentlich unser Part gewesen wäre, weil wir nun mal doch immer wieder etwas „produzieren“, das uns von Gott trennt. Er ist auch derjenige, der uns den Mut, die Liebe, die Vergebungsbereitschaft schenken kann, damit die Situation gut geklärt wird. Wenn dein Gegenüber davon nichts wissen will, dann hast du zumindest dein Mögliches getan, damit du mit ihm in Frieden leben kannst, wie es in Römer 12, 17+18 heißt:

Vergeltet anderen Menschen nicht Böses mit Bösem, sondern bemüht euch allen gegenüber um das Gute. Tragt euren Teil dazu bei, mit anderen in Frieden zu leben, so weit es möglich ist!

Römer 12,17+18

Lesen wir nach dem Monatsvers noch weiter, wird uns auch noch einmal klar, warum wir unsere Angelegenheiten so zügig klären sollten:

Gebt dem Teufel keine Möglichkeit, durch den Zorn Macht über euch zu gewinnen!

Epheser 4,27

Hast du noch solche „offenen“ Baustellen, die geklärt werden sollten?
Tu es noch heute, auch wenn es Überwindung kostet, damit der Feind keine Möglichkeit hat, Macht über dich zu gewinnen und deine Gedanken in ein „Abwärtsstrudel“ gegenüber dieser Person zu ziehen. Man weiß ja auch nie, was der nächste Tag bringen wird und keiner möchte doch erleben, dass er im Streit mit jemandem auseinander gegangen ist und es das letzte Mal war, dass er die Person hier auf der Erde gesehen oder mit ihr gesprochen hat.

Sei mutig und gesegnet, damit du in solchen herausfordernden Situationen in Gottes Spur bleibst und deine Worte hilfreich, gut und dienlich sind.