Wie schön es doch ist, wenn man frisch verliebt und sogar schon verlobt ist und sich auf die Hochzeit freuen kann. Wie ungeschickt aber, dass man nicht von dem Mann schwanger wird, mit dem man verlobt ist. Nicht nur in der heutigen Zeit wäre es eine Katastrophe, sondern auch in der damaligen Zeit war es eine riesige Katastrophe, denn eine Verlobung konnte nur durch Tod oder Scheidung aufgehoben werden und sobald sie geschieden gewesen wären, hätten die jüdischen Behören sogar das Recht gehabt, die gute Maria deshalb steinigen zu lassen.
Maria kannte diese Regeln und dennoch stimmt sie dem Plan, den der Engel ihr verkündet hatte, zu – man könnte sie auch fragen: „Spinnst du eigentlich? Das könnte dich dein Leben kosten!“
Engel: »Hab keine Angst, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, den du Jesus nennen sollst. Er wird groß sein und Sohn des Allerhöchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihn auf den Thron seines Vaters David setzen. Er wird für immer über Israel herrschen, und sein Reich wird niemals untergehen!«
Maria: »Aber wie kann ich ein Kind bekommen? Ich bin noch Jungfrau.«
Engel: »Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Macht des Allerhöchsten wird dich überschatten. Deshalb wird das Kind, das du gebären wirst, heilig und Sohn Gottes genannt werden. Sieh doch: Deine Verwandte Elisabeth ist in ihrem hohen Alter noch schwanger geworden! Die Leute haben immer gesagt, sie sei unfruchtbar, und nun ist sie bereits im sechsten Monat. Denn bei Gott ist nichts unmöglich.«
Maria: »Ich bin die Dienerin des Herrn und beuge mich seinem Willen. Möge alles, was du gesagt hast, wahr werden und mir geschehen.«
siehe Lukas 1, 30-38
Maria fasziniert mich immer wieder, wenn ich diese Stelle lese. Ich glaube, es war ihr in dem Moment noch gar nicht bewusst, was auf sie zukommen wird. Natürlich, das Schwangerwerden war ihr sicherlich ein Begriff, aber alles andere, was es mit sich brachte, konnte sie noch nicht abschätzen. Dennoch hat sie „blindes“ Vertrauen in ihren Herrn und beugt sich seinem Willen. Sie willigt ein und lässt zu, dass das passiert, was Gott möchte. Sogar ganz ohne irgendwelchen Handel oder noch irgendetwas Eigennütziges für sich herausholen zu wollen – sie sagt einfach zu und vertraut.
Wenn Gott dir eine Aufgabe gibt oder ein „Angebot“ macht und sagt: „Schau mal, das wäre doch eine gute Aufgabe für dich“, wie würdest du reagieren? Vor allem dann, wenn die Beschreibung der Aufgabe irgendwie deinen Horizont überschreitet und du nur „Bahnhof“ verstehst von den Folgen und Auswirkungen, die es haben wird?
- Wärst du bereit?
- Würdest du, wie Maria sagen: „Ich bin dein Diener. Tu, wie bzw. was du willst“, und darauf vertrauen, dass er dir schenken wird, was du brauchst, um diese Aufgabe zu erfüllen?
- Du hast noch nie eine Aufgabe oder einen Impuls von Gott bekommen, etwas zu tun?
Dann frage ihn doch einmal danach und höre hin, ob er dir etwas hat.
Manchmal geschieht es übrigens ganz „unbemerkt“ von alleine, dass wir gerade eine Aufgabe Gottes erledigen. Dazu kann auch zählen, dass wir zum Beispiel das richtige Wort für jemanden zur richtigen Zeit haben oder uns ein „Blitzgedanke“ kommt, dem wir nachgehen und nachher waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder haben etwas gemacht, was Gott in seinen großen Plan eingebaut hat (auch wenn wir es in dem Moment gar nicht sehen).
So war es zum Beispiel Freitag vor dem 1.Advent und ich hatte es durch die ganzen Adventskalender nicht geschafft (und total vergessen), mir rechtzeitig Material zu bestellen oder zu kaufen für einen Adventskranz. Dabei freute ich mich so darauf, dieses Jahr noch einmal alles schön weihnachtlich dekorieren zu können, ohne dass ein kleiner Mensch die Deko unsicher machen würde. Als wir an diesem Tag Besuch hatten, stellte ich fest: Ich war nicht die Einzige, die es nicht geschafft hatte vor lauter anderer Umstände, sich einen Adventskranz zu machen. Daher stand der Plan am nächsten Morgen den Markt zu besuchen und entweder Material oder zwei Adventskränze zu kaufen. Schlussendlich fand ich noch passendes Material und konnte daraus 2 Adventskränze und einen Türkranz binden und so nicht nur uns eine Freude machen, sondern auch der anderen Familie. Ein paar Tage später war ich bei meiner Tante zu Besuch, die mir erzählte: „Weißt du, Caro, ich hätte dir so gerne einen Adventskranz gekauft, als du letzte Woche erzählt hast, dass ihr noch keinen habt. Also habe ich am Freitag nach Feierabend beim Blumenladen gehalten, weil dort noch Licht brannte, aber bis ich ausgestiegen war, war auch dort schon Feierabend. Und irgendwie bin ich dann am Samstag nicht mehr dazu gekommen.“ Ich habe ihr daraufhin meinen Teil der Geschichte erzählt und wir haben beide gestaunt, dass es doch in Gottes Plan gepasst hatte, so wie es gelaufen ist, obwohl sie uns so gerne einen Adventskranz gekauft hätte – hätten wir schon einen Adventskranz gehabt, wäre vielleicht kein weiterer entstanden für die andere Familie.
Sei bereit deinen Alltag von Gott unterbrechen zu lassen – für große Aufgaben, aber auch genauso für die kleinen Dinge.
Er führt uns seinen Weg und wir dürfen mit ihm an unserer Seite sein Licht in dieser Welt leuchten lassen.
