Die Weihnachtsgeschichte – Josef

Josef hatte keinen leichten Job als Verlobter von Maria. Als er von ihrer Schwangerschaft erfährt, überlegt er sich, wie er damit umgehen soll, so dass Maria auch wenig Schaden davon tragen würde. Eigentlich stand sein Plan schon fest, aber auch ihm schickt Gott einen Engel und zwar mit einer Anweisung, die eigentlich nicht zu seinen Plänen passte.

Josef, ihr Verlobter, war ein aufrechter Mann. Um sie nicht der öffentlichen Schande preiszugeben, beschloss er, die Verlobung in aller Stille zu lösen. 

Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm im Traum ein Engel des Herrn.

»Josef, Sohn Davids«, sagte der Engel, »zögere nicht, Maria zu heiraten. Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn zur Welt bringen. Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von allen Sünden befreien.

All das geschah, damit sich erfüllt, was Gott durch seinen Propheten angekündigt hat:

Seht! Die Jungfrau wird ein Kind erwarten! Sie wird einem Sohn das Leben schenken, und er wird Immanuel genannt werden. Das heißt, Gott ist mit uns.«

Als Josef aufwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm gesagt hatte.

Er nahm Maria zur Frau. Josef aber rührte sie nicht an, bis ihr Sohn geboren war.

Und Josef gab ihm den Namen Jesus.

Matthäus 1, 19-25

Hier haben wir den nächsten treuen Diener des Herrn. Auf die Anweisung hin heiratet er Maria – diese Option gab es vorher in seinem Kopf eigentlich nicht! – und tut so etwas, was in der Gesellschaft (damals und heute) überhaupt nicht üblich war. Wie stark, dass er nach dieser Begegnung im Traum bereit dafür ist und sozusagen eine 180 Grad-Wende macht! Hinzu kommt dann noch, dass Gott ihm den Namen des Kindes vorgibt. Sehr wahrscheinlich hätte er ihn nicht Jesus („Der Herr rettet“) oder Immanuel („Gott ist mit uns“) genannt.
Man hat ja schon auch so seine eigenen Vorstellungen, wie sein Kind heißen soll (auch wenn es gleichzeitig eine große Herausforderung ist, weil das Kind sein Leben lang mit diesem Namen zurecht kommen muss und mit jedem „Rufen“ seines Namens die Bedeutung des Namens über ihm ausgesprochen wird).

Wie muss es wohl gewesen sein, zu wissen, dass Gott der eigentliche Vater des Kindes ist und nicht er selbst? Dass seine Frau und er dazu auserwählt wurden, diesen großen König zu bekommen und zu versorgen wie ein leibliches Kind? Gott hat ihnen Jesus, also eigentlich sich selbst, einfach anvertraut. Ich stelle es mir durchaus herausfordernd vor, vor allem, wenn man im Hinterkopf hat, dass dieses kleine winzige Kind, das in Maria heranwächst, das ganze Volk von der Sünde befreien und der Retter der Welt sein soll.

Einen Partner für’s Leben zu finden ist schon ein Geschenk, genauso ist es aber auch ein riesiges Geschenk und Wunder, ein Kind zu bekommen. Wenn einem dann noch so deutlich gesagt wird:

… was es mit diesem besonderen (anfänglich) kleinen Geschenk auf sich hat

… dass bereits vor vielen hundert Jahren der Plan verkündet wurde, wie alles ablaufen wird

… die beiden sozusagen den „Jackpot“ geknackt haben und den Hauptgewinn bekommen

Eigentlich total verrückt!
Ich kann nur stauen über diese beiden treuen und gehorsamen Menschen, die nehmen, was Gott ihnen anvertraut und mit ihm gemeinsam den Weg gehen, welchen er für sie vorgesehen hat.

Was können wir von Josef lernen?

  • Josef ist treu, gehorsam und aufrichtig.
    Er folgt Gottes Anweisung und vertraut darauf, dass Gott den Plan hat – für ihn, Maria und Jesus.
  • Vertraust du auch auf Gottes Plan, obwohl alles anders läuft, wie gedacht oder geplant?
  • Bleibst du Gott treu und gehorsam, auch wenn Gegenwind kommt, z.B. von anderen Menschen (Josef musste sich sicherlich einiges anhören mit seiner schwangeren Verlobten und auch der Namensgebung)?
  • Was hat Gott dir bereits anvertraut? Bewahrst, versorgst, nutzt und verwaltest du es, so wie Gott es möchte?

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