Die Weihnachtsgeschichte – Die aus dem Morgenland

Sterndeuter, die sich auf Kamelen ohne GPS oder Googlemaps auf den Weg machen und einem Stern „hinterher reisen“. Wie verrückt muss man denn eigentlich sein, um so etwas zu tun? Ein Kamel ist jetzt ja auch kein super schnelles „Verkehrsmittel“ – die können schon schnell sein, wenn sie wollen, aber eben nur über eine bestimmte Strecke. Trotzdem machen sich diese Menschen auf den Weg, weil sie glauben erkannt zu haben, dass da mehr hinter diesem Stern stecken muss. Sie fragen auf dem Weg bzw. in Jerusalem, wo denn der König der Juden ist, wo sie ihn finden können, um ihn anzubeten.

Herodes, der Herrscher der damaligen Zeit, liefert ihnen die Antwort, nachdem er mit seinen Schriftgelehrten gesprochen hatte: Bethlehem. Ganz uneigennützig war die Info und das Gespräch, das er mit den Sterndeutern hatte, allerdings nicht – schließlich wollte er den König der Juden nicht am Leben lassen, sondern ihn umbringen, sobald er genau wusste, wo er ihn finden konnte.

Nach diesem Gespräch machten die Sterndeuter sich auf den Weg. Wieder erschien ihnen der Stern und führte sie nach Bethlehem.

Er zog ihnen voran und blieb über dem Ort stehen, wo das Kind war. Als sie den Stern sahen, war ihre Freude groß.

Sie gingen in das Haus und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria, sanken vor ihm auf die Knie und beteten es an.

Dann öffneten sie ihre Truhen mit Kostbarkeiten und beschenkten es mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Als es Zeit war, wieder aufzubrechen, zogen sie jedoch auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurück,

denn Gott hatte sie in einem Traum davor gewarnt, zu Herodes zurückzukehren.

Matthäus 2, 9-12

Gott hat schon Mittel und Wege, die unsere Möglichkeiten bei weitem übersteigen. Er hat extra einen Stern als Wegweiser installiert, dass die guten Sterndeuter Jesus finden und ihm Geschenke bringen können. Man muss dazu vielleicht auch noch wissen, dass ihnen der Stern das erste Mal vor ca. 2 Jahren ins Auge gestochen ist – wann genau sie sich auf den Weg gemacht haben, finden wir leider nicht in der Bibel, aber es hat sie auf jeden Fall nicht losgelassen, dass dieser Stern sie zum König der Juden führt.

Würde man so eine Aktion heute bringen, dann würde man vermutlich nicht nur seine Familie und Freunde völlig vor den Kopf stoßen, sondern ggf. auch noch als verrückt eingestuft und in die Psychiatrie eingewiesen werden. Gut, man würde jetzt vielleicht nicht zum Kamel greifen, sondern eher zu einem Wohnmobil, wenn man länger unterwegs ist, aber sich von einem Stern leiten lassen? Ich weiß nicht.

Ich bin schon sehr dankbar über diese Technik, die mir hilft mein eingegebenes Ziel zu finden – auch wenn ich versuche mir den Weg auf der Karte vorher einzuprägen oder versuche den Weg beim zweiten Mal ohne Navi zu finden (auch wenn das heißt, dass ich mich an exakt der gleichen Stelle wie letztes Mal wieder verfahre und dann weiß: Stimmt, hier hätte ich links anstatt rechts müssen. Und dann aber den richtigen Weg finde).

Die Sterndeuter haben sich auch so auf den Weg gemacht und ihr Zeil erreicht – sie haben Jesus gefunden.
Und sie haben quasi noch die „Baby-Erstaustattung“ mitgebracht, Kostbarkeiten und Geschenke für Jesus den König.

Was können wir uns von den Sterndeutern abschauen?

  • Lernen Gottes Zeichen wahrzunehmen, achtsam zu sein und Zeichen Gottes nicht zu übersehen im Alltag (es kann ja nicht immer so ein „exquisiter Engelchor oder Stern“ sein, der einem den Weg zeigt)
  • Manchmal dauert es seine Zeit, bis man das Ziel erreicht oder bis sich eine Prophetie erfüllt, die Gott einem geschenkt hat – daher: Bleib dran! Es wird sich immer lohnen!
  • Auf dem Weg immer wieder auf Gott und seine Weisungen hören (so wie die Sterndeuter auch wussten, dass sie nicht zu Herodes zurückkehren sollten), damit du ggf. deinen Weg korrigieren kannst oder dir eine Umleitung ersparst
  • Was sind deine Kostbarkeiten für Jesus? Vielleicht deine Zeit, dein Herz, deine Gedanken, deine Freude an ihm? Vielleicht darf du davon manches erneuert und Jesus deine Kostbarkeit ganz neu schenken?
  • Ziel: Jesus. Vielleicht war es ihr Lebensziel Jesus zu sehen und anzubeten, das wissen wir nicht.
    Aber unsere Grundeinstellung im „Lebensnavi“ sollte sein: mit Jesus verbunden sein schon im „Jetzt und hier“ und am Ende des Lebens bei ihm in der Ewigkeit anzukommen

Manchmal wünsche ich mir von Gott genauso ein Navi, bei dem ich seine Zusage an mich oder sein Vorhaben, was ich „gehört“ habe, einfach eingeben kann und dann führt mich das Navi an die richtigen Orte oder zu den richtigen Personen, ohne dass ich irgendwelche Umleitungen oder Straßensperren erleben muss.
Soll ich euch etwas verraten? Gott hat uns so ein Navi schon geschenkt, nämlich den Heiligen Geist – ein Navi, das wir in uns haben, sobald wir uns für Jesus entscheiden, dass wir nirgends vergessen können und das immer up-to-date ist (die Updates sind alle inbegriffen). Hammer, oder?

Die Frage ist nur, ob wir es auch nutzen und es nicht auf stumm schalten oder alles andere lauter drehen, was uns so im Kopf und Herz umeinander schwirrt. Lasst uns lernen, diesem Navi zu folgen, uns vom Heiligen Geist immer mehr leiten zu lassen in unserem Leben – oft passiert es schon von ganz alleine, ohne dass wir es großartig merken, manchmal müssen wir es aber auch ganz bewusst wieder neu auf laut stellen.

Ps.: Hier noch ein interessanter Artikel zu dem Stern:

https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/stern-von-bethlehem/

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