„So spricht der Herr, der Allmächtige:
Seht doch, wie es euch geht: Ihr habt viel ausgesät, aber wenig geerntet. Ihr habt zwar zu essen, aber ihr werdet nicht satt. Ihr habt zu trinken, doch euer Durst bleibt ungestillt. Ihr habt Kleidung, doch sie hält nicht warm. Und die Lohnarbeiter müssen ihr Geld in löchrige Beutel stecken!“
Haggai 1,5-6
Klingt nach einer unbefriedigenden Gesamtsituation, viel Arbeit, aber kein Ertrag oder anders gesagt, viel „Materielles“ und doch bringt es nichts – es macht nicht satt, stillt keinen Durst, hält nicht warm.
Woran könnte das liegen?
Wenn man die nächsten Verse liest, wird einem klar: Es fehlt an Gottes Segen, der ausgeblieben ist bzw. „zurückgedreht“ wurde, weil das Volk lieber sich selbst eifrig Häuser baute, anstatt den zerstörten Tempel wiederaufzubauen. Gott lässt ihnen ganz deutlich sagen, dass es so nicht funktioniert.
Bauen wir auch manchmal lieber unsere „eigenen Häuser“ und sorgen für unseren Wohlstand, anstatt nach Gottes Herzen zu suchen und ihn und sein Reich an die erste Stelle zu setzen?
Diese Geschichte fragt auch uns heute noch, ob wir unsere Prioritäten richtig setzen oder gesetzt haben. Ich meine damit nicht, ob wir genügend Dienste in einer Gemeinde übernommen haben, wir von einer christlichen Veranstaltung zur nächsten rennen oder wir jeden Sonntag in der Kirche sitzen. Vielmehr geht es darum, dass die persönliche Beziehung mit Gott intakt ist, dass er unsere Nummer eins im Leben ist und alles andere danach kommt.
Im ersten Moment hört sich das vielleicht krass an, vor allem, wenn man selbst noch Familie hat, die man doch so sehr liebt und für die man alles tun würde. Kann man wirklich alles Gott unterordnen? Ja, man kann. Auch deshalb, weil Gott kein herrschsüchtiger Tyrann ist, sondern ein liebender Vater, der das Beste für seine Kinder im Sinn hat. Er wird uns also nicht dauerbeschäftigen mit irgendwelchen „Jobs“ in der Gemeinde oder uns von einem Seminar zum nächsten schicken, ohne Zeit für ihn oder auch unsere Familie. Wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, sind wir ziemlich alltagstauglich, sogar viel mehr, als wenn er nicht unser „Top 1“ ist.
Das Volk lässt sich übrigens korrigieren und beginnt den Tempel wiederaufzubauen – es hat seine Prioritäten sortiert und neu ausgerichtet.
„Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen.“
Matthäus 6, 33 (Gute Nachricht Bibel)
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Matthäus 6,33 (Lutherbibel)
Wie sind deine Prioritäten verteilt?
Falls sie korrigiert werden müssen, warte nicht auf den „perfekten oder geeigneten“ Zeitpunkt – tu es gleich!
Bedenke, Gott will keinen christlichen Aktivismus, sondern eine echte Beziehung mit dir.
Wenn daraus irgendwo die ein oder andere Mitarbeit entsteht, ist es auch super, wenn nicht, gebraucht er dich vielleicht einfach ganz anders und das ist auch gut so.
